PaperCut NG und MF: Angriffe auf Druckserver-Lücke laufen bereits
Was passiert ist
PaperCut, Anbieter von Software zur Druckverwaltung und Druckkostenabrechnung, hat eine Warnung zu einer Sicherheitslücke in den Produkten PaperCut NG und PaperCut MF veröffentlicht. Nach Angaben des Herstellers nutzen Angreifer die Schwachstelle bereits aktiv aus. Die Attacken erfolgten als Zero-Day-Angriffe, also bevor eine Korrektur allgemein verfügbar war.
Laut Hersteller sind alle Versionen der betroffenen Produkte anfällig. Zu Angreifergruppen, Angriffszahlen oder den konkreten Auswirkungen eines erfolgreichen Zugriffs liegen in der Meldung keine weiteren Details vor. Unternehmen sollten daher davon ausgehen, dass jede erreichbare Installation ein realistisches Ziel ist, und nicht auf zusätzliche Informationen warten.
Warum das für kleine und mittlere Unternehmen relevant ist
Druckverwaltungssoftware gehört zu den Systemen, die im Alltag kaum auffallen und deshalb oft jahrelang unbeachtet laufen. Genau das macht sie attraktiv für Angreifer. PaperCut NG und MF sind in vielen mittelständischen Betrieben, Schulen, Kanzleien, Arztpraxen und kommunalen Einrichtungen im Einsatz – häufig auf einem Windows-Server im internen Netz, teils aber auch über das Internet erreichbar, damit Außenstellen oder mobile Mitarbeitende drucken können.
Ein Druckserver ist ein interessanter Einstiegspunkt: Er steht meist mitten im Netz, kommuniziert mit vielen Clients, ist oft an das Verzeichnis für Benutzerkonten angebunden und verarbeitet Dokumente, die vertrauliche Inhalte enthalten können. Wer diese Komponente kontrolliert, hat gute Voraussetzungen für weitere Schritte im Netzwerk. Kleinere Organisationen sind zusätzlich benachteiligt, weil solche Fachanwendungen häufig von einem externen Dienstleister betreut werden und intern niemand die Verantwortung für Updates klar übernommen hat.
Was Sie jetzt tun sollten
- Prüfen Sie, ob PaperCut NG oder PaperCut MF in Ihrem Netz betrieben wird – auch an Standorten, in Tochtergesellschaften oder bei einem Dienstleister.
- Spielen Sie die vom Hersteller bereitgestellten Sicherheitsupdates zeitnah ein und bestätigen Sie danach die installierte Version.
- Nehmen Sie die Administrations- und Webschnittstellen sofort aus dem Internet, solange ein Update nicht möglich ist, und beschränken Sie den Zugriff per Firewall auf bekannte Adressbereiche oder VPN.
- Sehen Sie Protokolle des Servers auf ungewöhnliche Anmeldungen, neue Administratorkonten oder unerwartete Prozesse durch und dokumentieren Sie Auffälligkeiten.
- Klären Sie schriftlich, wer für Updates dieser Fachanwendung zuständig ist, und nehmen Sie sie in Ihre reguläre Patch-Übersicht auf.
